Gespeichert von Christoph am/um Di, 03/24/2026 - 00:00
Vortrag von Prof. Dr. Katharina von Kellenbach
24. März 2026
Wilhelm-von-Oranien Schule/Atrium - 19.00 Uhr
Jahnstr. 1, Dillenburg
Die Geschichte von „Jesus und der Ehebrecherin“ (Joh 7,53-8,11) erfreut sich in christlichen Bildungskontexten großer Beliebtheit und ist beispielsweise Textgrundlage für Kindergottesdienste. Dabei wird gerade in der Bebilderung eine Geschichte gewalttätiger Bedrohung und Steinigung erzählt. Jesus scheint eine junge Frau mutig vor hartherzigen und lüsternen Pharisäern und Schriftgelehrten zu schützen. Dabei findet diese Diskussion im Tempel statt, wo weder Steine herumliegen noch Hinrichtungen stattfinden. In ihrem Vortrag zeigt Prof. Dr. Katharina von Kellenbach wie aus einem Lehrgespräch über Toleranz und Selbstkritik, („Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“, Joh 8,7) eine gefährliche Lektion über Frauenfeindlichkeit in Judentum (und Islam) wird.
Prof. Dr. Katharina von Kellenbach ist Visiting Scholar in Christian-Jewish-Relations am Boston College, USA, und Professor Emerita für Religious Studies am St. Mary’s College of Maryland, USA. Sie war Vertretungsprofessorin für systematische Theologie und Ökumene an der Universität Paderborn (2024-2025) und leitete das Projekt Bildstörungen an der Evangelischen Akademie zu Berlin (2020-2024). Ihre Forschungsinteressen sind antisemitismuskritische Theologie und Exegese, theologische und ethische Bedeutung der Schoa, und feministische Theologie im interreligiösen Gespräch.