Gespeichert von Christoph am/um Mi, 04/22/2026 - 00:00
Vortrag von PD Dr. Stefanie Coché
22. April 2026
Aula der Hohen Schule - 19.00 Uhr
Schulhofstraße 3-5, Herborn
Religion prägt die politische Kultur der Vereinigten Staaten bis heute stark. Präsidentschaftswahlkämpfe, Debatten um das Abtreibungsrecht und Auseinandersetzungen um gesellschaftliche Zugehörigkeit zeigen, dass religiöse Weltanschauungen nicht bloß private Überzeugungen sind, sondern Werkzeuge der Sinn- und Machtbildung innerhalb der amerikanischen Demokratie. Die Historikerin Stefanie Coché stellt am Beispiel einiger religiöser Führungspersönlichkeiten aus dem frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart dar, wie es zu der Verschmelzung evangelikaler Religion mit der MAGA-Bewegung Donald Trumps kommen konnte. Ihre Analyse lädt dazu ein, Religion nicht nur als kulturellen Faktor, sondern als politische Kraft zu verstehen.
PD Dr. phil. Stefanie Coché ist Historikerin an der JLU Gießen mit Schwerpunkt auf der Geschichte von Demokratien und Diktaturen in Deutschland und den USA. Ihr neuestes Buch „Religiöse Erweckung und irdische Macht“ (Hamburger Edition, 2025) verfolgt 14 religiöse ProtagonistInnen vom frühen 19. Jahrhundert bis heute. In den letzten Jahren hat Frau Coché zudem eine Forschungsgruppe zu evangelikalen Colleges in den USA geleitet. Im Moment forscht sie zu rechter Gewalt im wiedervereinigten Deutschland.